Ein Politiker, der über die kommunale Politik hinauskommt, hat nicht nur ein gutes Gehalt, sondern auch eine Menge Vorzüge, die er zusätzlich nutzen kann. Gerade eben erst schallte es durch die Schlagzeilen, dass Ulla Schmidt, die Ministerin für Gesundheit, der SPD angehörig, ihren Dienstwagen nicht nur während eines Urlaubes benutzte, sondern sich diesen auch noch hat stehlen lassen. Es ging beinahe unter, dass sie ja die private Nutzung abgerechnet und diese deswegen nicht dem Steuerzahler zur Last fallen. Der Aufschrei im Volk und bei den anderen Parteien war laut und entrüstet. Viele Politiker, spätestens ab dem Landrat eines Landkreises, nutzen einen Firmenwagen, lassen sich Spesen bezahlen und können so einige Vorteile für sich nutzen, die voll zu Lasten der Bürger, die sie einst gewählt haben, gehen. Der Wagen von Frau Schmidt ist wieder aufgetaucht; dennoch bleibt ein Zweifel bei der Bevölkerung, ob bei Spesen, Dienstfahrten und Co. wirklich alles mit rechten Dingen zugeht.
So ein Minister bekommt kein schlechtes Gehalt, und auch die Altersbezüge sind nicht von schlechten Eltern. Da mag sich mancher normale Bürger fragen, warum hier noch ein Dienstwagen benutzt und Spesen abgerechnet werden müssen. Ein Angestellter muss ja auch zusehen, wie er seine Arbeit erreichen kann und die Mittagspause ist auch ein privates Vergnügen, zu dem man das Essen selber mitbringen muss.
Trotz aller Skandale und Affären, die in der Vergangenheit publik wurden, ist nicht alles nur zum eigenen Vorteil der Politiker ausgelegt. Die Verantwortung, die die Minister auf ihren Schultern tragen, ist nicht gerade gering; außerdem muss hier streng Buch geführt werden, so dass nichts bezahlt wird, was nicht gerechtfertigt ist. Der Bürger bekommt hier nichts mit, solange alles mit rechten Dingen zugeht. Nur die Skandale, oder die Sachen, die dafür gehalten werden, werden laut verkündet. Schwarze Schafe gibt es überall, ob nun im Bauwesen, in der IT Branche oder eben in der Politik. Nicht jeder arbeitet so viel, wie er müsste, um seinen Lohn zu rechtfertigen, andere setzen sich wirklich mit voller Kraft ein. Bei den Politikern ist eben alles ein wenig anders, da hier schon die Gegenpartei dafür sorgt, dass manche Dinge laut werden.
Der Dienstwagen von Frau Schmidt, im Wert von 100.000 Euro, ist wieder aufgetaucht, wohl weil den Dieben bewusst war, dass man mit einem solchen Auto nicht allzu weit kommt. Bleibt die Frage, ob nicht ein Mittelklasse Wagen reichen würde…
